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Schweizer Versicherung vom 29.01.2010
Werner Rüedi, 3583 Zeichen
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Lothar Arnold: Vertrieb als Kernkompetenz
 
Der neue Präsident des Generalagentenverbandes SVVG will den Kontakt zur Basis intensivieren und Diskussionen über das Berufsbild des Generalagenten anstossen.
 
Wie hat sich das Berufsbild des Generalagenten in den letzten zehn, zwanzig Jahren verändert?

Es ist nach wie vor extrem Personenabhängig. Meine Beobachtung ist, dass sich die GA damals von Unternehmern zu Managern entwickelten, die strikter die Vorgaben der Gesellschaft umsetzten. Dann bildete sich eine Mischform zwischen Unternehmern und Managern.

Und heute?

Ich habe den Eindruck, dass die Gesellschaften wieder stärker den Typ Unternehmer fördern. Trotz allem Konfliktpotenzial.

Wie meinen Sie das?

Nun, Unternehmer als GA denken unternehmerisch. Das heisst, dass sie beispielsweise die Bedürfnisse der Kunden sehr ernst nehmen und die Lösungen in erster Linie auf deren spezifische Anforderungen ausrichten. Stehen dann intern keine geeigneten Produkte zur Verfügung, müsste man aus Sicht des bestmöglichen Beratungsansatzes auch einmal ein Konkurrenzprodukt favorisieren. Das sieht man in der Gesellschaft dann vielleicht nicht so gern.

Ähnlich wie ein Broker?

Das würde ich so nicht sagen. Die Generalagenten des SVVG bekennen sich uneingeschränkt zum gebundenen Vermittlerstatus und halten am ursprünglichen Berufsbild fest. Ansonsten müssten sie ja konsequenterweise den Weg in den Brokerkanal suchen. Aber aus Sicht des bestmöglichen Beratungsansatzes findet durchaus ein Wandel statt. Echte Unternehmer-GA führen nicht nur aus, sie gestalten aktiv mit und haben den Anspruch, gehört und ernst genommen zu werden. Dieses partnerschaftliche Selbstbewusstsein möchten wir im Verband wieder nachhaltig stärken.

Weitere Schwerpunkte?

Wichtig ist mir, den Kontakt zu meinen Kollegen in den anderen Sektionen zu intensivieren, denn an der Basis ist nicht immer klar, wofür es den Verband braucht.

Braucht es denn einen solchen Dachverband?

Ja, unbedingt. Es geht um einen übergreifenden Dialog, die Vertretung gemeinsamer Interessen und Werte. Beispielsweise gegenüber anderen Berufsverbänden der Versicherungsbranche oder den Gesellschaften. Dafür lohnt es sich schon, sich im übergeordneten Interesse zu engagieren. Ein weiterer Schwerpunkt in meinem Präsidium wird neben der Organisation unseres Kongresses 2011 die Ausbildung sein. Der SVVG soll wieder eine grössere Rolle einnehmen, wenn es um FA und HFV geht. Dies mit Referenten und Prüfungsexperten. Denn Vertriebselemente sind unsere Kernkompetenz. Immerhin vertreten wir im SVVG rund 12 000 Frontleute. Das hat Gewicht.

Ihrem Hobby Hochseesegeln werden Sie in den nächsten zwei Jahren der Präsidentschaft wohl nicht frönen können.

Warum nicht? Da sind wir wieder beim Thema Effizienz und Effektivität. Hochseesegeln ist für mich Leidenschaft und pure Erholung. Und erholt leistet man bessere Arbeit.

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Laufbahn

In den Jahren 2010 und 2011 wird der Generalagentenverband SVVG von Lothar Arnold präsidiert. Hauptberuflich ist Arnold Leiter der Generalagentur Sursee der Helvetia Versicherungen sowie nebenbei noch Leiter und Community-Manager aller Marktverantwortlichen «Vorsorge/Finanz» der Helvetia. Begonnen hatte er sein Karriere bei der National in Luzern, wechselte dann – nach einem zweijährigen Abstecher bei Helvetia Leben in Luzern – zur Vaudoise, wo er zuerst als Kundenberater, Branchenverantwortlicher Einzel- und Kollektivleben und Verkaufleiter Erfahrungen sammelte. Anschliessend wechselte er zu Helvetia Luzern und Sursee. 2008 und 2009 war er Mitglied der Taskforce «Prozessmodul Vertrieb» für den FA und HFV im Rahmen des SVVG/VBV. Lothar Arnold ist verheiratet und hat zwei Kinder.

 
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